Die Presbyteriums-Wahlen (PW)
stehen vor der Tür und werfen ihre Schatten schon sehr voraus! Manch einer
denkt, es sei noch weit hin und man hätte noch viel Zeit zur Vorbereitung. Dem
ist jedoch nicht so. Zwar finden die Wahlen erst am 01. März 2020 statt, aber
viele Entscheidungen sind schon vorher zu treffen. Zwischen dem Zeitpunkt, an
dem ich diese Zeilen schreibe, und dem Zeitpunkt, an dem Sie den neuen
Gemeindebrief in Ihren Händen halten, wird vieles passieren. Das Presbyterium
(PBT) muss etwa Entscheidungen darüber treffen, wie viele PresbyterInnen (PB)
es zukünftig überhaupt in unserer Gemeinde geben soll oder wie viele Wahl- und
Stimmbezirke sinnvoll sind.

Dies sind nur einige Fragen, mit
denen sich das PBT schon einmal in der vorletzten Sitzung beschäftigt hat, denn
bis zum 07. September müssen diese Entscheidungen gefällt worden sein. Wenn die
entscheidende Sitzung des PBTs stattfindet, ist dieser Gemeinde-Brief schon auf
dem Weg in die Druckerei und die Ergebnisse können erst im nächsten
Gemeindebrief beziehungsweise in der nächsten Gemeindeversammlung bekannt
gegeben werden.

Viel wichtiger aber als die
Frage, in welcher Form gewählt wird, ist die andere:

Wer soll
unsere Gemeinde in den kommenden 4 Jahren vertreten?

Ich bin ein wenig stolz darauf,
dass wir, solange ich Pfarrer dieser Gemeinde bin, immer mindestens in einem
Teil der Gemeinde eine Wahl abhalten konnten, das heißt, dass sich immer
genügend Menschen für diese wichtig Wahl zur Verfügung gestellt haben. Ich habe
die Hoffnung, dass dies auch bei der letzten Wahl, die ich als Vorsitzender des
PBTs begleiten werde, so sein wird.

Von daher meine dringende Bitte:
Überlegen Sie doch einmal,

  • ob
    Sie sich eine Mitgliedschaft im Presbyterium vorstellen können,
  • ob
    Sie jemanden kennen, der für dieses Amt geeignet wäre,
  • wer
    von den Mitarbeitenden für dieses Amt infrage käme.

Nur wenn wir genügend
Kandidatinnen und Kandidaten haben, um eine Wahl durchführen zu können, kann
das neue Presbyterium gestärkt an die nicht einfachen Aufgaben gehen, die auf
unsere Gemeinde zukommen (Vergleichen Sie dazu bitte auch meine Ausführungen
über die Zusammenarbeit in unserer Region…). Wir brauchen gerade Menschen, die
Ihre Ideen, auch durchaus ihre kritischen Standpunkte, einbringen, und zwar in
Zusammenarbeit mit den PBs, die diese Arbeit teilweise schon seit vielen Jahren
leisten. Trauen Sie sich! Sprechen Sie mich gerne an, wenn Sie auch nur im Entferntesten
an eine Kandidatur denken oder einen Vorschlag haben. Ein Gespräch darüber ist
unverbindlich und, falls Sie es wünschen, gerne auch vertraulich.

Bis zum bis 05. September  2019 müssen vom PBT folgende Fragen endgültig
beantwortet werden:

  • Wie
    viele Stellen sind mit Presbyterinnen und Presbytern zu besetzen?
  • Welche
    Wahlbezirke und Stimmbezirke sollen eingerichtet werden?
  • Soll
    eine allgemeine Briefwahl erfolgen?
  • Wann
    findet die Gemeindeversammlung zur Vorstellung der KandidatInnen statt?
  • Wer
    soll dem Wahlvorstand angehören?
  • An
    welchem Sonntag soll die Einführung stattfinden?

Vom 15. – 26. September 2019
läuft das Wahlvorschlagsverfahren: Im Gottesdienst oder durch sonstige Be-kanntmachung
wird dazu aufgerufen, KandidatInnen bis 26. September 2019 (Ende der
Vorschlagsfrist) zu benennen

Zwischen dem 03. und 10.
November 2019 erfolgt die Abkündigung der vorläufigen Vorschlagsliste und der
Gemeindeversammlung.

Diese wichtige
Gemeindeversammlung, auf der noch weitere Vorschläge für Kandidierende gemacht
werden können, wird voraussichtlich am 10. November 2019 nach dem Gottesdienst
stattfinden.

Region Nordost des Kirchenkreises Altenkirchen

Das letzte Mal wurde in unserem
Gemeindebrief in der Ausgabe 16 (Dezember 2018 bis Februar 2019) von der
Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden berichtet. Anlass war die
Gemeindeversammlung vom 30. September 2018 und der Beschluss des Presbyteriums
Kirchen, zusammen mit den Kirchengemeinden Freusburg und Betzdorf einen Prozess
zu beginnen „mit dem Ziel, im Jahr 2020 eine Gesamtkirchengemeinde zu gründen.“

Hintergrund war die Tatsache,
dass die drei Gemeinden ohnehin zusammen mit Wissen zu einer
Kirchenkreis-Region gehören und deshalb zukünftig viele Entscheidungen
gemeinsam treffen müssen: Dass unsere Gemeinden aneinandergrenzen, dass es seit
mindestens 35 Jahren einen hervorragend funktionierenden Nord-Ost-Konvent gibt,
dass wir Kanzeltausch praktizieren, dass es jahrzehntelang eine gemeinsame ACK
gab und es noch immer die Ökumenische Sozialstation Betzdorf/Kirchen und ihren
Förderverein gibt, dass wir auf Allianzebene zusammen-gehören, dass wir schon
vor Jahren gemeinsame Gottesdienste gefeiert haben, dass wir gemeinsam
Verantwortung für das Evangelische Altenzentrum in Kirchen tragen usw.

Aber es gab auch inhaltliche Notwendigkeiten zu einer festen Zusammenarbeit.
In einem Schreiben der sogenannten Planungsgruppe an die (damals von vier
Gemeinden) der Region heißt es:

„Die prognostizierte Entwicklung der finanziellen Situation in den nächsten 15 Jahren und der erwartete deutliche Rückgang an Gemeindemitgliedern sowie der Wegfall von fast der Hälfte der Pfarrpersonen, veranlassen die Gemeinden der Region … zu Überlegungen, wie ihre Gemeinden auf Dauer zukunftsfähig aufgestellt werden können. Ohne Veränderungen würden einige Gemeinden dauerhaft kaum lebensfähig sein. Ein Zusammenschluss der vier Gemeinden scheint daher erforderlich. Dies wird dazu führen, dass Synergie-Effekte entstehen, dass eine Vielzahl der Gottesdienste weiterhin stattfinden kann, dass sich die Pfarrpersonen gegenseitig vertreten können und dass durch gemeinsame Überlegungen und eine straffere Organisation kirchliches Leben in der Region weiterhin möglich ist. Aufgrund dieser Notwendigkeiten haben die Gemeinden durch die Bildung einer Planungsgruppe und durch verschiedene Veranstaltungen nach Möglichkeiten gesucht, wie dies umgesetzt werden kann…“

Aus diesem Prozess war die
Gemeinde Wissen zum Zeitpunkt der Gemeindeversammlung schon lange
ausgeschieden, so dass nur noch die drei Gemeinden Betzdorf, Kirchen und
Freusburg übrig blieben. Spätestens nach der Ge-meindeversammlung am 30.
September 2018 musste allen Beteiligten klar sein, dass wir als kleine
Gemeinden in doppelter Hinsicht unter Zugzwang stehen (Pfarrerin Germann und
ich gehen als erste in den Ruhestand und keine der beiden Gemeinden wird dann voraussichtlich
noch eine ganze Pfarrstelle haben). Gleichzeitig wurden in Betzdorf nach der
Gemeindeversammlung Stimmen laut, die der Meinung waren, dass Betzdorf für sich
allein besser dran wäre als mit den beiden kleinen Gemeinden zusammen.

Es war für die Freusburger und
Kirchener ein schmerzlicher Prozess, dass sich diese Meinung am Ende im Pres-byterium
Betzdorf mehrheitlich durchsetzte.

Wie geht es nun weiter?

Freusburg und Kirchen

In einem überaus guten und
konstruktiven Gespräch haben die Presbyterien Freusburg und Kirchen über eine
sehr enge Zusammenarbeit unserer beiden Gemeinden nachgedacht.

Zwei weitere Termine sind
geplant. Es soll dabei ein guter, gangbarer und für alle Gemeindemitglieder
nach-vollziehbarer Weg des Miteinanders zum Wohle aller unserer Gemeindeglieder
gesucht werden.