Unser Gott ist im Himmel! Alles, was ihm gefällt, das führt er auch aus. Ps 115,3

Liebe Leserinnen und Leser,
dieser Satz aus Psalm 115 wendete sich eigentlich gegen Menschen, die von dem Gott
Israels nicht viel hielten, die spöttisch fragten, wo dieser Gott denn wohl sei. Diese Frage
ist auch heute nicht verstummt angesichts des Leidens in dieser Welt. Die gegenwärtige
Krise könnte diese Frage für manchen Menschen noch verschärfen…
Die Antwort die der Psalmist macht deutlich, dass Gott größer ist als alle menschliche
Vorstellung, dass er nicht „zu begreifen“ ist. Man würde den Satz missverstehen, wenn
man annehmen würde: Gott ist im Himmel, also ist er nicht hier bei uns, nicht bei
unseren Problemen und Sorgen, ist uns nicht nahe, wenn wir ihn brauchen.
Spätestens seit dem Auftreten Jesu wissen wir, dass Gott nicht im Himmel geblieben ist,
sondern in diesem Jesus Mensch geworden ist, so einer wie wir -fast.…
Aber das ist eben eine Zeit, die vorüber ist. Wurde mit der Himmelfahrt Christi der alte
Zustand wieder hergestellt: Gott im Himmel, wir auf der Erde? Kaum. Zwar ist er nicht
mehr körperlich anwesend, wir können ihn nicht sehen, nicht mit ihm diskutieren wie
die Jünger. Aber es gibt so etwas wie eine Ersatz für den leibhaftigen Jesus: Er hat uns
seinen Geist versprochen, Gottes guten Heiligen Geist. Dieser Geist ist über uns
gekommen, dieser Geist der Liebe, der Geist, aus dem heraus wir als Christen leben
können. Aber dass Allmächtige und Barmherzige „im Himmel“ ist, macht uns auch
unmissverständlich klar, dass wir hier auf Erden aufgerufen sind, selber Hand
anzulegen, wo die Umstände es erfordern.
Wir bitten in dieser Krise um Gottes Kraft und Gottes Geist, dass er Menschen ermutigt
und befähigt, sich für Andere einzusetzen, dass Menschen sich verstärkt um andere
Menschen kümmern, ihren Egoismus zurückschrauben und nicht alles für sich haben
wollen, damit für die andern auch noch etwas übrig bleibt. Aber umsetzen müssen wir
das alles selbst. Gott baut keine Abstandsautomatik ein zu unsren Mitmenschen, es
kommt auch kein Impfstoff vom Himmel, aber wir dürfen darum beten, dass Gott uns
Kraft und gute Gedanken gibt, das alles zu schaffen. Da Gott uns nicht zu willenlosen
Marionetten gemacht hat, wollen wir versuchen, diese Welt im Geist Gottes zu gestalten,
in der Gewissheit, dass wir sicher nicht alle Probleme lösen können.
Zu unserem Handeln auf Erden habe ich ein berührende Geschichte gefunden:
Als ich mit einem Tibetaner im Schneesturm wanderte, sah ich einen Mann, der den Abhang hinunter
gestürzt war. Ich sagte: „Wir müssen hingehen und ihm helfen.“ Er erwiderte; „Niemand kann das von
uns verlangen, während wir selber in Gefahr sind, umzukommen.“ „Wenn wir schon sterben müssen,
ist es gut, wir sterben, während wir anderen helfen.“, sagte ich. Er wandte sich ab und ging. Ich stieg zu
dem Verletzten hinunter, hob ihn mühsam auf meine Schultern und trug ihn bergan. Durch die
Anstrengung wurde mir warm. Und meine Wärme übertrug sich auf den Verunglückten. Unterwegs
fand ich meinen früheren Begleiter im Schnee. Müde, wie er war, hatte er sich niedergelegt und war
erfroren. Ich hatte einen Menschen retten wollen, aber ich rettete mich selbst.

Seien Sie behütet und gesegnet!

Ihr Eckhard Dierig, Pfarrer

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