Region Nordost des Kirchenkreises Altenkirchen

Das letzte Mal wurde in unserem
Gemeindebrief in der Ausgabe 16 (Dezember 2018 bis Februar 2019) von der
Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden berichtet. Anlass war die
Gemeindeversammlung vom 30. September 2018 und der Beschluss des Presbyteriums
Kirchen, zusammen mit den Kirchengemeinden Freusburg und Betzdorf einen Prozess
zu beginnen „mit dem Ziel, im Jahr 2020 eine Gesamtkirchengemeinde zu gründen.“

Hintergrund war die Tatsache,
dass die drei Gemeinden ohnehin zusammen mit Wissen zu einer
Kirchenkreis-Region gehören und deshalb zukünftig viele Entscheidungen
gemeinsam treffen müssen: Dass unsere Gemeinden aneinandergrenzen, dass es seit
mindestens 35 Jahren einen hervorragend funktionierenden Nord-Ost-Konvent gibt,
dass wir Kanzeltausch praktizieren, dass es jahrzehntelang eine gemeinsame ACK
gab und es noch immer die Ökumenische Sozialstation Betzdorf/Kirchen und ihren
Förderverein gibt, dass wir auf Allianzebene zusammen-gehören, dass wir schon
vor Jahren gemeinsame Gottesdienste gefeiert haben, dass wir gemeinsam
Verantwortung für das Evangelische Altenzentrum in Kirchen tragen usw.

Aber es gab auch inhaltliche Notwendigkeiten zu einer festen Zusammenarbeit.
In einem Schreiben der sogenannten Planungsgruppe an die (damals von vier
Gemeinden) der Region heißt es:

„Die prognostizierte Entwicklung der finanziellen Situation in den nächsten 15 Jahren und der erwartete deutliche Rückgang an Gemeindemitgliedern sowie der Wegfall von fast der Hälfte der Pfarrpersonen, veranlassen die Gemeinden der Region … zu Überlegungen, wie ihre Gemeinden auf Dauer zukunftsfähig aufgestellt werden können. Ohne Veränderungen würden einige Gemeinden dauerhaft kaum lebensfähig sein. Ein Zusammenschluss der vier Gemeinden scheint daher erforderlich. Dies wird dazu führen, dass Synergie-Effekte entstehen, dass eine Vielzahl der Gottesdienste weiterhin stattfinden kann, dass sich die Pfarrpersonen gegenseitig vertreten können und dass durch gemeinsame Überlegungen und eine straffere Organisation kirchliches Leben in der Region weiterhin möglich ist. Aufgrund dieser Notwendigkeiten haben die Gemeinden durch die Bildung einer Planungsgruppe und durch verschiedene Veranstaltungen nach Möglichkeiten gesucht, wie dies umgesetzt werden kann…“

Aus diesem Prozess war die
Gemeinde Wissen zum Zeitpunkt der Gemeindeversammlung schon lange
ausgeschieden, so dass nur noch die drei Gemeinden Betzdorf, Kirchen und
Freusburg übrig blieben. Spätestens nach der Ge-meindeversammlung am 30.
September 2018 musste allen Beteiligten klar sein, dass wir als kleine
Gemeinden in doppelter Hinsicht unter Zugzwang stehen (Pfarrerin Germann und
ich gehen als erste in den Ruhestand und keine der beiden Gemeinden wird dann voraussichtlich
noch eine ganze Pfarrstelle haben). Gleichzeitig wurden in Betzdorf nach der
Gemeindeversammlung Stimmen laut, die der Meinung waren, dass Betzdorf für sich
allein besser dran wäre als mit den beiden kleinen Gemeinden zusammen.

Es war für die Freusburger und
Kirchener ein schmerzlicher Prozess, dass sich diese Meinung am Ende im Pres-byterium
Betzdorf mehrheitlich durchsetzte.

Wie geht es nun weiter?

Freusburg und Kirchen

In einem überaus guten und
konstruktiven Gespräch haben die Presbyterien Freusburg und Kirchen über eine
sehr enge Zusammenarbeit unserer beiden Gemeinden nachgedacht.

Zwei weitere Termine sind
geplant. Es soll dabei ein guter, gangbarer und für alle Gemeindemitglieder
nach-vollziehbarer Weg des Miteinanders zum Wohle aller unserer Gemeindeglieder
gesucht werden.

Jona Luther; Foto: Petra Stroh

Eine Besonderheit, die nicht
alle Tage passiert. Doch beim jüngsten „Männersonntag“ ist genau das passiert.
Deshalb präsentiert sich Jona Luther zunächst auch „erwartungsgemäß“
im Reformatoren-Outfit mit Lutherhut in der Kirchein Oberwambach und stellte
aber dann umgehend klar: „Weg mit der Luther-Verkleidung und ich sage Ihnen: Hier
stehe ich und ich bin anders. Anders als Martin Luther. Ich bin der Prädikant
Jona Luther von der Heilig-Geist-Kirche in Bergisch Gladbach.

Und als der will ihnen etwas
über Jesus Gleichnis vom hartherzigen Verwalter erzählen!“

Wieder hatte die kreiskirchliche
Männerarbeit für ihren „Männersonntag“ einen ganz besonderen Gottesdienst
vorbereitet, der diesmal in der Kirchengemeinde Almersbach an

deren Kirchenstandort in
Oberwambach gefeiert wurde.

Thorsten Bienemann, „Motor“ der
kreiskirchlichen Männerarbeit dankte allen Beteiligten und freute sich, dass
„so viele meiner Männer“ den Festtag mitfeierten. Ohne die vielen
ehrenamtlichen Männer

in den Gemeinden, die ihre Gaben
so segensreich einbringen, wäre die Männerarbeit nicht denkbar und so
erfolgreich, unterstrich er.

Bienemann gab im Gottesdienst
und auch beim anschließenden Empfang im Gemeindehaus Einblicke in die
verschiedensten Angebote der Männerarbeit und lud alle Interessierten zum
Mitmachen ein.

Als Dankeschön durfte
Festprediger Jona Luther neben kulinarischen Westerwälder Spezialitäten auch eine
ganz besondere Erinnerung mit nach Hause nehmen. Ein Amberbaum wird demnächst
in Bergneustadt an den Reformator Martin Luther -Jona Luther ist ein Nachfahre
von Luthers einzigem Bruder Jacob- erinnern und der Baum hat eine enge
Verbindung in den Kirchenkreis Altenkirchen. Im Reformationsjubiläums-Jahr 2017
pflanzte Thorsten Bienemann einen Amberbaum in Wittenberg („Aktion 500 Bäume“),
ein Gegenstück wurde kurz darauf in Daaden gesetzt und nun gibt es einen
dritten Baum für den Luther-Nachfahren.                                                                        Text+Foto: Petra Stroh