Verhaltet Euch so, wie Menschen des Lichts sich verhalten.
Ihr wisst doch: Die Frucht, die vom Licht hervorgebracht wird,
besteht aus allem, was gut, gerecht und wahr ist. Epheser 5, 8f

Liebe Leserinnen und Leser,
manchmal wird man als Angehöriger einer bestimmten Gruppe oder eines Vereins von
anderen Mitgliedern, nicht selten von einem „Verantwortlichen“, auf sein Verhalten angesprochen:
Als Vorstandsmitglied unseres Vereins kannst du das unter keinen Umständen
machen… Als gut bezahlter Spitzensportler darfst du doch die Ausgangsbeschränkungen
nicht missachten… Als Angehöriger der Polizei darfst du auf keinen Fall… Als
Mitglied unserer Familie müsstest du eigentlich…
Die Reihe ließe sich beliebig fortsetzen. Im heutigen Lehrtext, der eine biblische Verstärkung
der Tageslosung ist, geht es um das Gleiche: Der Autor des Briefes an die
Epheser fordert diese auf, sich so zu verhalten, wie es sich für „Menschen des Lichts“
gehört. Vorher hatte er ausgeführt, was es bedeutet, „Kinder des Lichts“, wie Luther es
übersetzte, zu sein. Das Licht, das seit Ostern für uns leuchtet, ist für den Autor ein
göttliches Licht. Es ist der Widerschein Gottes, der es so gut mit uns meint. Das wird im
Epheser-Brief genauer beschrieben, um die Gemeindeglieder anschließend aufzufordern,
sich dem göttlichen Licht entsprechend zu verhalten: Das könnt ihr… das wisst ihr
doch… das kennt ihr ja…
Das ist ein pädagogischer Kniff: Es wird keine ausdrückliche Kritik geübt, sondern an
die Moral und Ehre der Angesprochen appelliert: Ihr seid doch (eigentlich) schlau genug,
einsichtig genug, alt genug… dies oder jenes zu wissen. Es braucht dann oft nur noch
einen kleinen Anstoß, um die Angesprochenen in die gewünschte Richtung zu lenken…
Was wäre schlimm daran, wenn uns heute ein solcher „Anstoß“ gegeben würde? Vielleicht
so: Ihr wisst doch etwas vom Licht Gottes, da bin ich sicher, auch wenn es
manchmal nur ganz schwach für euch scheint, aber dann auch wieder strahlend und hell.
Lebt doch einfach danach, das wird reiche Frucht tragen in eurem Leben…
Das wichtigste Wort ist hier das Wort „Frucht“. Es heißt nicht: Nur der ist Christ, bei
dem alles in seinem Leben gut, gerecht und wahr ist. Wer würde diesem Maßstab gerecht
werden können?! „Frucht“ zu bringen bedeutet vielmehr, dass letzten Endes jemand anderes
verantwortlich ist, ganz ähnlich wie in der Natur. Da sind auch viele Faktoren nötig,
damit ein Baum gute Früchte tragen kann: gesundes Erbgut, genug Wasser, ausreichend
Sonne, ein guter Boden usw. Wir müssen uns nicht krampfhaft um gute Früchte
bemühen, aber, um im Bild zu bleiben, wir sollten uns schon immer wieder daran erinnern,
dass wir als Apfelbaum Äpfel und als Birnbaum Birnen tragen sollten.
Die Früchte, die Gott in uns wachsen lassen möchte, nennt Luther Güte, Gerechtigkeit
und Wahrheit. Was aber ist gut, gerecht und wahr?
Gut ist, was mir selber gut tun würde.
Gerecht ist, was mir als gerecht erschiene, wenn mit mir selber so verfahren würde.
Und was ist wahr? Die Wahrheit ist, dass nur Gott mein Leben wirklich hell machen
kann. Geben wir diesem Licht in unserem Herzen Raum und schauen, dass die Früchte
unseres Glaubens nicht zu weit weg vom göttlichen Stamm fallen. Für diese Früchte ist
übrigens selbst im Frühling Erntezeit…
Seien Sie behütet und gesegnet!

Ihr Eckhard Dierig, Pfarrer

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