Zehn Tage waren westfälische und rheinische Vikarinnen und Vikare auf Studienfahrt in Estland unterwegs. In dieser Zeit haben wir ein interkulturell offenes, religiös vielfältiges und vor allem gastfreundliches Land kennengelernt.
Estland ist in vielerlei Hinsicht ein Land der Gegensätze. Mittelalterliche Bauten wechseln sich mit moderner Architektur ab. Touristisch geprägte Großstädte finden sich genauso wie unberührte Wälder und Moorlandschaften. Dabei ist Estland mit 45339 km² kaum größer als Nordrhein-Westfalen und hat eine Bevölkerungszahl, die mit 1,3 Millionen in etwa der von München entspricht.
Die estnische Geschichte ist geprägt von wechselnder Fremdherrschaft. Erst seit 1991 ist Estland eine unabhängige Republik. Bedingt durch seine politische Entwicklung und Besiedlungsgeschichte war Estland immer schon ein interkulturelles Land. Auch heute noch finden sich weitreichende kulturelle Verbindungen nach Dänemark, Deutschland, Schweden und Russland. Darüber hinaus hat sich ein stark ausgeprägtes Zusammengehörigkeitsgefühl entwickelt, das sich vor allem kulturell niederschlägt und eng mit der Musik verknüpft ist. In vielen Dörfern und Städten finden regelmäßig Volkstanz- und Sängerfestivals statt. Zudem hat der Sport einen hohen Stellenwert. Auch in der Nationalhymne und den zahlreichen Feier- und Gedenktage zeigt sich der besondere Nationalstolz der Esten.
Als Vikarinnen und Vikare interessierte uns vor allem die Situation der Kirchen. Während unserer Zeit in Estland hatten wir zahlreiche Begegnungen und Gespräche mit estnischen Christinnen und Christen unterschiedlicher Konfessionen und konnten so einen Einblick in die estnische Kirchenlandschaft mit ihren Besonderheiten und Herausforderungen bekommen.
Unsere Rundreise durch Estland führte uns an insgesamt drei Stationen, an denen wir Land und Leute, aber vor allem Kirche vor Ort kennenlernen konnten:

Station 1: Tartu (14.09. – 17.09.)
Die ersten drei Tage unserer Kursfahrt haben wir in Tartu, auf deutsch hieß sie Dorpat, einer typischen Studentenstadt, verbracht. Neben dem Besuch des Nationalmuseums, in dem wir viel über die estnische Geschichte, Kultur und Religion gelernt haben, waren wir in der Pauluskirche und haben an einem estnisch-lutherischen Abendmahlsgottesdienst teilgenommen. Trotz der Sprachbarriere kam uns der Gottesdienst ziemlich vertraut vor. Das lag zum einen an der lutherischen Liturgie, aber vor allem an den Liedern, deren Melodien sich auch in unserem Gesangbuch wiederfinden. Eindrücklich war vor allem die Form des Abendmahls. Brot und Wein werden im Knien empfangen und vom Pfarrer direkt in den Mund gegeben.

Station 2: Körveküla (17.09. – 19.09.)
Bevor wir unsere neue Unterkunft in Körveküla bezogen haben, sind wir am Ufer des Peipussees entlanggefahren, der die Grenze zu Russland bildet. Dabei sind wir durch die sogenannten Zwiebeldörfer, die Dörfer der Altgläubigen gekommen. Der Glaubenszweig der Altgläubigen oder auch Altorthodoxen entstand im 17. Jh. im Zuge einer Kirchenreform der
russisch-orthodoxen Kirche. Ablehner dieser Reform wollten am alten Glauben festhalten, wurden verfolgt, flohen nach Estland an das Westufer des Peipussees und gründeten dort zahlreiche Gemeinden. Noch heute gibt es einige dieser altorthodoxen Gemeinschaften, die hauptsächlich vom Zwiebelanbau leben. Es war spannend zu sehen wie Menschen, die zurückgezogen und in Abgeschiedenheit leben, ihre Kultur und ihren Glauben bewahren.
Unsere Zeit in Körveküla stand dann vor allem im Zeichen der atemberaubenden Natur Estlands und der Gemeinschaft innerhalb des Kurses. Neben einer Wald- und Moorwanderung, bei der wir die malerische und in großen Teilen unberührte Landschaft bestaunen konnten, haben wir gegrillt, Gesellschaftsspiele gespielt und Abendandacht zusammen gefeiert. Ein Besuch in einer traditionellen estnischen Sauna mitten im Wald durfte natürlich auch nicht fehlen.

Station 3: Tallinn (19.09. – 23.09.)
Unsere letzte Station in Estland bildete die Hauptstadt Tallinn , die auf deutsch früher Reval hieß. Neben dem Besuch bei e-Estonia, der digitalen Regierung Estlands, und einer Stadtführung zur Stadt- und Kirchengeschichte Tallinns stand vor allem der ökumenische Austausch auf dem Programm.
Nach einer Führung durch das Konsistorium der Estnischen Evangelisch-Lutherischen Kirche (EELK) hatten wir ein Treffen mit dem Erzbischof und ein Gespräch mit der Ökumene-Beauftragten. Angesichts der zunehmenden Säkularisierung des Landes steht die Kirche in Estland vor zahlreichen Herausforderungen. Nur etwa 28 % der Bevölkerung bekennen sich zu einer christlichen Kirche – davon sind 10 % evangelisch-lutherisch, 16 % orthodox und 0,5 % römisch-katholisch. Die Mehrheit der Esten gehört keiner Religion an. Kirchenaustritte, renovierungsbedürftige Kirchbauten, Personalmangel und finanzielle Nöte sind nur einige der Probleme, mit denen die EELK zu kämpfen hat. Besonders eindrücklich führte uns der Pastor der deutschen Gemeinde die Situation vor Augen. Hatte er als EKD-Auslandspfarrer noch ein auskömmliches Gehalt, verdient er als Pfarrer der EELK gerade einmal 700 EUR im Monat und muss noch einer anderen Beschäftigung nachgehen. Auf der anderen Seite wird es aber auch als Chance wahrgenommen, dass Kirche sich auf ihre Grundaufgaben fokussieren muss.
Neben dem Austausch mit der EELK hatten wir in Tallinn Begegnungen mit Vertretern der russisch-orthodoxen Kirche, mit den Methodisten und der freikirchlich geprägten Vineyardgemeinde. Ein Highlight war sicherlich der gemeinsam gestaltete Gottesdienst, den wir zusammen mit der deutschen EELK-Gemeinde gefeiert haben.
Nun blicken wir dankbar und voll von Eindrücken auf die gemeinsame Zeit in Estland zurück – eine Zeit voller Begegnungen mit Christinnen und Christen unterschiedlicher Konfessionen, eine Zeit des Lernens und Staunens über die einzigartige Geschichte, Kultur und Natur Estlands, aber sicher auch eine Zeit, in der wir als Vikariatskurs enger zusammengewachsen sind.

Ein Dank geht an alle, die uns diese Studienfahrt ermöglicht haben!

Zum mittlerweile 20. Mal setzten die evangelische und katholische
Kirchengemeinde in Kirchen ein Zeichen für die Ökumene und feierten am 16.Juni 2019
das ökumenische Gemeinde- und Pfarrfest. Abwechselnd findet das Pfarrfest jedes
Jahr an der Lutherkirche oder an der St. Michaelskirche statt.

In diesem Jahr war St. Michael an der Reihe.

Das Fest begann mit einem Gottesdienst in der St. Michaelkirche durch
Pfarrerin Anja Karthäuser und Diakon Hans-Jürgen Benner, unter Mitgestaltung des
Kirchenchores Cäcilia und den Kindern der evangelischen Kindertagesstätte.

Nach dem Gottesdienst sorgten der Liederkranz Kirchen, die Gruppe Remember
und der Musikverein Kirchen-Wehbach für die musikalische Unterhaltung rund um
die St. Michaelskirche.

Die Jungschar und die ev.-freikirchliche Gemeinde boten ein buntes
Programm für Kinder und luden zur Hüpfburg, zu Kinderschminken, Ratespielen und
an die Dartscheibe ein. Der Elternbeirat der Kita Kirchen war ebenfalls mit
einem Stand beim Fest vertreten und bot Waffeln sowie verschiedene Bastelarbeiten
zum Kauf an. Für Herzhaftes und Getränke war wie immer bestens gesorgt.

Wir möchten uns auch auf diesem Wege bei den zahlreichen freiwilligen
Helfern und Helferinnen für ihre Unterstützung und den Einsatz bedanken.                                                                     Text: Orga-Team

Wie
auch im vergangenen Jahr unterstützte das Jugendmitarbeiterteam der
evangelischen Kirche  wieder die
ökumenischen Gemeindefeste in Wehbach am 19.05.2019 und in Kirchen am
16.06.2019 .

Mit
zahlreichen Angeboten im Gepäck konnten die Kinder den Tag mit Toben, Spielen,
Malen und vielem mehr verbringen.

Das
Highlight waren sicherlich das Kinderschminken und die Glitzer Tattoos. Hier
kam es zeitweise zu richtigen Wartezeiten für die Kinder. Die Hüpfburg war
sicherlich für die Kleinen ein Höhepunkt der Tage. Sie konnten sich austoben
und sogar Freundschaften schließen.

Die
aufgestellte Tischtennisplatte und das Fußballtor führten sogar zu tollen
Duellen zwischen Jung und Alt. Die vielen positiven Rückmeldungen zeigten, dass
die Angebote der Jugendmitarbeiter ein voller Erfolg für die ganze Familie war.

Unser Dank gilt an dieser Stelle insbesondere den Jugendlichen aus
unserer Teensgruppe, die das Jugendmitarbeiterteam tatkräftig unterstützten. So
konnte tatsächlich jedes Kind mindestens ein Glitzer Tattoo bekommen und
geschminkt werden.                                            Texte: Svenja-von-Kneten