Jesus spricht: Wenn ihr meine Gebote haltet, bleibt ihr in meiner Liebe,
so wie ich meines Vaters Gebote gehalten habe und bleibe in seiner Liebe.
Das habe ich euch gesagt, auf dass meine Freude in euch sei
und eure Freude vollkommen werde.
Johannes 15,10-11

Liebe Leserinnen und Leser,
„Auf die Frage, was das Christentum sei, antwortete ein Junge: ‚Christentum ist das, was man nicht
darf.‘ So denken viele. Und wenn man sie nach dem Grund für diese merkwürdige Ansicht fragt, reden
sie von den Zehn Geboten.
Da heißt es doch immer: ,Du sollst nicht!’ Was für ein ungeheuerliches Missverständnis! Gott ist kein

Zwingherr, sondern der Befreier. Er befreite sein Volk Israel aus Ägypten. Dann führte er es zum Berg
Sinai. Und vom Berg Sinai aus machte er ihm klar, wie groß die Freiheit ist, die man mit Gott hat. Er
machte ihnen das klar in zehn Sätzen. Acht von diesen zehn Sätzen beginnen mit ‚Du wirst nicht …‘
Zwei beginnen mit ‚Du wirst …‘ Keiner beginnt mit ‚Es ist verboten …!‘ Sondern alle fangen an: ‚Ich,
Gott, und du, Mensch, wir gehören zusammen. Und wenn wir zusammen bleiben, dann wird dein Leben
folgendermaßen aussehen: Du wirst keine andern Götter haben. Du wirst meinem Namen Ehre
machen. Du wirst dich nicht zu Tode hetzen. Du wirst in deiner Familie ein menschliches Leben finden…‘
usw. Die zehn Gebote sind die zehn Artikel der großen Freiheit, die Gott schenkt.“

So hat es der Theologe Ernst Lange einmal geschrieben. Es geht ihm darum, dass die
Gebote Gottes nicht eine Last für uns sind, uns nicht niederdrücken oder kleinmachen
wollen, ganz im Gegenteil. Da sie damit beginnen, dass Gott für uns dasein will, sind sie
eher Hilfen oder Hilfestellungen für ein gelingendes Leben. Das passt zu dem Ausspruch
Jesu, der die Gebote Gottes und seine eigenen Gebote mit nichts weniger als mit
der Freude in Verbindung bringt.
Die Gebote Gottes zu halten heißt nicht, jede Bibelstelle wort-wörtlich zu verstehen.
Viel Opfervorschriften im Hebräischen Testament (AT) etwa haben für uns heute kaum
noch eine Bedeutung. Es geht es um etwas anderes. Die Barmer theologische Erklärung
sagt, Christus selber sei das Wort Gottes. Diesem Wort zu folgen heißt demnach, sich an
Jesus Christus zu orientieren, ihn zur Richtschnur unseres Lebens zu machen. Er forderte
seine Anhänger auf, ihre Nächsten zu lieben und formuliert das später so genannte
„Doppelgebot der Liebe“:
„Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen,
von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüt,
und deinen Nächsten wie dich selbst.“

Zur Nächstenliebe gehört die recht verstandene Liebe zu sich selbst. Der Mensch darf
sich selber mögen, weil Gott ihn mag. Das wird einem Christenmenschen schon in der
Taufe zugesprochen, wenn Gott sagt: „Du bist wertvoll, ich liebe dich.“
Weil wir von Gott geliebt sind, können und dürfen wir wiederum Andere lieben, und
zwar nicht nur solche, die mir von Natur her angenehm und sympathisch sind. Mein
„Nächster“ ist vielmehr der Mensch, der mich in diesem Augenblick am meisten
braucht. Die Liebe zu Gott ist also nicht nur ein schönes Gefühl, sondern sie muss konkret
werden in der Liebe zu meinem Mitmenschen!
Ich wünsche Ihnen, dass Sie das mit Freude erfüllt, Corona-Virus hin oder her….
Seien Sie behütet und gesegnet!

Ihr Eckhard Dierig, Pfarrer

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